Das weiße Band
Im KinoKinostart: 24.09.2009

Das weiße Band

Neues Werk des österreichischen Regisseurs Michael Haneke: Sein Film, der von den mysteriösen Vorkommnissen in einem norddeutschen Dorf am Vorabend des ersten Weltkriegs erzählt, wurde mit der Goldenen Palme in Cannes prämiert und wird heuer von Deutschland ins Oscar-Rennen geschickt.
Drama, Historie Ö/D/F/2009 144 min.
Darsteller: Ulrich Tukur, Christian Friedel, Leonie Benesch, Ursina Lardi, Burghart Klaußner, Steffi Kühnert, Josef Bierbichler Regie: Michael Haneke


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Von welchem seiner Filme inszenierte Michael Haneke im Jahr 2007 ein US-Remake?
 
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Ein Dorf im protestantischen Norden Deutschlands. 1913/14. Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Geschichte des vom Dorflehrer geleiteten Schul- und Kirchenchors. Seine kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt, Bauern - ein Querschnitt eben. Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an. Wer steckt dahinter?

Fazit: Packend und verstörend

Mit neun seiner zehn Kinofilme war Regisseur Michael Haneke bereits bei den Filmfestspielen in Cannes zu Gast, sechsmal liefen seine Werke im Wettbewerb - für "Das weiße Band" erhielt er dort heuer die Goldene Palme, und das völlig zu Recht: Mit seiner neuen Arbeit liefert der österreichische Filmemacher einmal mehr einen beklemmenden Film über die Ursprünge menschlicher Gewalt ab, der ebenso verstörend wie kurzweilig und spannend geraten ist. Die Frage nach den Wurzeln des Bösen ist seit jeher eine Thematik, mit der sich Haneke in seinem filmischen Werk beschäftigt hat - diesmal skizziert er einen Mikrokosmos aus subtiler Gewalt, Demütigung, Drohung und Schuldzuweisung anhand einer deutschen Dorfgemeinschaft am Vorabend des ersten Weltkriegs. Auf gewohnt nüchtern-objektive Weise entwirft Haneke eine in Schwarzweißbildern gehaltene Gesellschaftsstudie, die sich nicht bloß mit dem nahenden Nazi-Faschismus in Beziehung setzen lässt, sondern mit den Ursachen des Terrorismus im Allgemeinen. Sehr präzise und auf geradezu beängstigend unaufgeregte Weise werden die Ereignisse durchleuchtet, ohne dabei aber Antworten auf die gestellte Schuldfrage zu suchen; wie stets bei Haneke ist der Zuschauer auch diesmal gefordert, selbst seine Schlüsse zu ziehen. Sich darauf einzulassen, lohnt sich: Mit "Das weiße Band" ist Haneke ein ebenso unerbittlicher wie sehenswerter Beitrag zur Entstehung von Extremismus gelungen, der den Zuschauer dank seines kompromisslosen Inszenierungsstils und eines hervorragenden Darsteller-Ensembles zu packen versteht.
  • Kritiken
"Präzise und eindringlich"
Präzise, scharf und eindringlich klar komponierte Michael Haneke jedes einzelne Bild. Fröhlichkeit hat Haneke mit seinen Filmen wohl noch nie geschaffen, Kunst dafür immer. In "Das weiße Band" stimmt alles - auch deshalb ist es so schwer zu ertragen.
"Verstörendes und beklemmendes Meisterwerk"
Haneke ist ein perfektionistischer Künstler, der nichts dem Zufall überlässt und hier in klassisch narrativer Form ein bis aufs kleinste Detail genaues Zeit- und Sittengemälde zeichnet. "Das weiße Band" gewann 2009 die "Goldene Palme" in Cannes für den besten Film - ein gerechtfertigter Preis für ein verstörendes und beklemmendes Meisterwerk.
"Grandiose Sozialstudie"
In seiner grandiosen Sozialstudie "Das weiße Band" bezieht sich Haneke auf die absolute Autorität in der wilhelminischen Ära. Die Besetzung des Films ist hervorragend, die Schwarz/Weiß-Bilder sind von bestechender Klarheit, und der Film kreiert eine absolut beklemmende Atmosphäre.


Kinos und Spielzeiten
Dieser Film startet am 24.09.2009 in den österreichischen Kinos. Die aktuellen Spielzeiten finden Sie daher ab dem 24.09.2009 auf dieser Seite.
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