2 Tage New York
Im KinoKinostart: 06.07.2012

2 Tage New York

Fortsetzung von Julie Delpys Überraschungserfolg "2 Tage Paris" aus dem Jahr 2007: Mit "2 Tage New York" hat die französische Schauspielerin und Regisseurin eine Independent-Komödie über Familie, Politik, Sex, Religion & Co. inszeniert, in der u.a. Chris Rock, Vincent Gallo und Daniel Brühl mitwirken.
Komödie, Romanze F/D/2011 96 min.
Darsteller: Julie Delpy, Chris Rock, Daniel Brühl, Albert Delpy, Alexia Landeau, Vincent Gallo Regie: Julie Delpy


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Die letzte Katastrophe liegt fünf Jahre zurück – damals fiel Marion mit ihrem amerikanischen Freund bei ihren Eltern in Paris ein. Die beiden haben den gemeinsamen Lebensabschnitt längst hinter sich, Fotografin Marion wohnt jetzt mit Sohnemann im Big Apple und verliebt sich in Mingus, den alleinerziehenden Vater einer siebenjährigen Tochter.

Ist er der Mann fürs Leben? Im Prinzip ja – doch der Härtetest lässt nicht lange auf sich warten: Diesmal taucht Marions kauziger Vater in New York auf – mit ihrer neurotischen Schwester Rose und ihrem unerträglich aufdringlichen Ex-Freund Manu im Schlepptau. Ein erneuter Kulturschock zwischen arroganten Franzosen und pragmatischen Amis steht damit an.

Dieser verheddert sich nicht nur in sprachlichen Tücken, sondern eskaliert auch in skurrilen Marotten und Provokationen, die selbst das scheinbar feste Fundament in Mingus' und Marions Beziehung bröckeln lassen – denn auch zwei hektisch kurze Tage bieten leider reichlich Gelegenheit, sich Wahrheiten an den Kopf zu werfen, die man und frau später bereuen…

Fazit: Trotz Schwächen kurzweilig und unterhaltsam

Mit "2 Tage Paris" legte Schauspielerin und Neo-Regisseurin Julie Delpy 2007 eine augenzwinkernde Betrachtung des Lebens zu Zweit und der kulturellen Gräben zwischen Europa und Amerika vor, die in "2 Tage New York" nun ihre Quasi-Fortsetzung findet. Auch in dem erneuten Culture Clash zwischen Franzosen und Amerikanern legt Delpy den Hauptfokus auf das Spiel mit Klischees und Stereotypen – was zwar amüsant, mitunter aber wenig subtil oder gar originell ist; so muten nicht alle Einfälle in punkto Situationskomik und Figurenzeichnung ganz frisch an, bisweilen opfert Delpy die Glaubwürdigkeit ihrer Charaktere außerdem der einen oder anderen Pointe – vor allem die Streitereien zwischen Marion und ihrer Schwester wirken überzogen und nur bedingt lustig. Dafür hat Delpy in sich selbst und Neuzugang Chris Rock ein perfektes Hauptdarsteller-Duo gefunden: Neben der stimmigen Chemie zwischen den beiden Protagonisten und Delpys charmant-sympathischer Leinwand-Präsenz ist es vor allem das zurückhaltende Spiel des eigentlich als Comedian bekannten Chris Rock, das überzeugt: Inmitten des ganzen Familien- und Beziehungstohuwabohus kommt ihm die "normalste" Rolle zu – und jene, die dem Zuschauer die größte Identifikationsfläche bietet: Auch wenn im Zuge des Culture Clash sowohl Franzosen, als auch Amerikaner ihr Fett weg kriegen, ist man doch eher geneigt, Mingus' Position einzunehmen, der auf Marions eigenwillige französische Sippschaft weitgehend verständnislos reagiert und mit seinem anfangs irritierten, später entnervten Verhalten die nötige Kontinuität und Nachvollziehbarkeit in die Story bringt. Eine der zugleich skurrilsten und komischsten Ideen ist Delpy mit einem Handlungsmotiv gelungen, das scheinbar nebenbei verhandelt wird und sich doch als roter Faden durch die Geschichte zieht: Als eine Art konzeptuelles Statement will Künstlerin Marion auf der Vernissage ihrer nächsten Ausstellung ihre Seele an den Meistbietenden verkaufen – welche Verwicklungen sich letztlich aus dieser Entscheidung ergeben, zählt zu den stärksten und witzigsten Szenen des Films. Dank Einfällen wie diesem und dem starken Hauptdarsteller-Duo ist "2 Tage New York" trotz mancher Schwächen eine ebenso sympathische wie kurzweilige Komödie geworden, die anderthalb Stunden gut unterhält.
  • Kritiken
"Herrlich überdrehte Großstadtkomödie"
Genüsslich lässt Julie Delpy amerikanische und französische Lebensart aufeinanderprallen und wirft lustvoll mit Klischees um sich. Das ist komisch und dann auch wieder reichlich hysterisch, insgesamt aber eine herrlich überdrehte Großstadtkomödie.
"So lala"
Diese Fortsetzung kann nicht ganz an ihren Vorgängerfilm "2 Tage Paris" anschließen: Julie Delpy spielt und inszeniert zwar mit leichter Hand, allerdings trüben einige bemüht wirkende Szenen und platte Klischees den Gesamteindruck der bizarr-schwungvollen Komödie.
"Tolles Sequel"
Julie Delpy überrascht mit einem tollen Sequel ihres Erfolgs "2 Tage Paris": "2 Tage New York" ist eine intelligente romantische Komödie, virtuos verspieltes Kino mit Puppentheater-Szenen und eigenartig aus der Inszenierung fallenden Cameo-Auftritten.
"Derb und recht befremdlich"
Wie bereits in "2 Tage Paris" müssen auch diesmal nationale Gepflogenheiten und kulturelle Klischees herhalten – und das in recht derber Form. Für die charmanten Volten einer ironischen Parodie, die sich angeboten hätten, bleibt da leider nicht viel Platz.
"Ideenreich und mit Witz"
Ideenreicher Culture-Clash mit Witz: In "2 Tage New York" dominieren im Stil traditioneller Screwballkomödien absurde Komik und verrückte Situationen – und auch wenn Julie Delpy nicht ganz den Charme von "2 Tage Paris" erreicht, lässt sie sich einiges einfallen.


Kinos und Spielzeiten
Dieser Film startet am 06.07.2012 in den österreichischen Kinos. Die aktuellen Spielzeiten finden Sie daher ab dem 06.07.2012 auf dieser Seite.
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